Vor ca. 30 Jahren waren Komplikationen wie Übelkeit u/o Erbrechen nach einer Vollnarkose sehr verbreitet und wurden als normal empfunden.
Daher resultiert auch das manchmal noch geäusserte „schlechte Image“ von Vollnarkosen: „danach ist einem doch immer schlecht …“
Diese Zeiten sind aber definitiv vorbei: moderne Narkosen werden in der Regel sehr gut vertragen, die generelle Angst vor Übelkeit nach einer Narkose ist nicht mehr begründet.
Zudem erfolgt häufig bereits eine routinemäßige prophylaktische, also vorbeugende Gabe von Medikamenten gegen Übelkeit.
Sofern ein Patient*in aber selber schon schlechte Erfahrungen mit früheren Vollnarkosen gemacht hat (z.B. „letztes Jahr 5 OPs mit 5x Übelkeit“), sollte dies unbedingt im Aufklärungsgespräch für die Narkose besprochen werden.
Auch hier gibt es eine „Trickkiste für schwierige Fälle“: z.B. kann das Trinken von Ingwer-Tee (= altes Hausmittel gegen Reisekrankheit !!!) 2-3 Tage vor der Narkose deutlich zu einem verbesserten Outcome nach der Narkose führen, je nach Verfügbarkeit kann auch eine (Ohr-) Akupunktur gegen Übelkeit durchgeführt werden.