Grundsätzlich ist jeder operative Eingriff mit einem gewissen Ausmaß an Schmerzen verbunden, je nach OP-Gebiet und -Umfang umfasst das dann die Empfindung von „eher unangenehm“ bis „sehr schmerzhaft“.
Natürlich ist auch die individuelle Schmerzempfindlichkeit eines jeden Menschen sehr unterschiedlich.
Bei unseren Narkosen finden aktuelle Erkenntnisse und Konzepte aus der Schmerztherapie Anwendung.
Standard ist eine Kombinationstherapie aus sog. „peripheren (oder: „kleinen) Schmerzmitteln“ und sog. „zentral wirksamen (oder: „großen“) Analgetika“.
Ziel ist die Reduzierung von Nebenwirkungen bei gleichzeitiger Wirkungsverstärkung durch die einzelnen Komponenten, d.h.: mehr Wirksamkeit der Schmerztherapie trotz geringerer Dosierung.
Zudem erfolgt eine sehr frühzeitige Gabe der Analgetika.
Vereinfacht dargestellt wirken die Schmerzmittel dann schon, bevor der Schmerzreiz (z.B. Hautschnitt am OP-Beginn) überhaupt gesetzt wird.
Wissenschaftlicher Hintergrund hierbei ist, dass über eine Blockade von peripheren und zentralen Schmerzrezeptoren das Ausmaß der postoperativen Schmerzen deutlich gesenkt wird: sog „prä-emptive (= vorausschauende oder vorwegnehmende) Analgesie“.
Einen ähnlichen Effekt erzielt man ja auch, wenn man bei drohendem Rheinhochwasser die Sandsäcke bereits vor der Flutwelle an die Türschwellen legt und nicht erst, nachdem der Keller bereits unter Wasser steht.
Als Resultat wacht der Patient*in mit erheblich weniger Schmerzempfindung aus der Narkose auf: der Keller wird etwas feucht, aber er steht nicht unter Wasser …
Auch im weiteren Verlauf ist der Bedarf an Schmerzmitteln deutlich geringer, weil das sog. „Schmerzgedächtnis“ zu einem großen Teil umgangen, bzw. gar nicht erst sensibilisiert wird.