Vollnarkosen sind heutzutage sehr sicher, sofern sie unter optimalen Voraussetzungen durchgeführt werden.
Hierzu gehören neben einer sehr gut ausgestatteten Anästhesieeinrichtung (Überwachungsgeräte und Medikamente) auch hochqualifiziertes Personal in der Person von erfahrenen Fachärzten für Anästhesie.
Dass ein vorher gesunder Patient*in „einfach so“ nicht wieder aus einer Narkose aufwacht, wird es so nicht geben.
Entsprechende Boulevard-Presseberichte beziehen sich auf schwere Narkosekomplikationen bei einem ganz anderen Patientengut, z.B. schwer kranke Menschen mit massivem Herzinfarkt, Gehirnblutungen oder einem sehr schweren Verkehrsunfall (sog. „Polytrauma“).
Diese Patienten erleiden jedoch keine schwere Komplikation wegen der Narkose, sondern trotz eines Behandlungsversuches, der in Narkose durchgeführt wird.
Das Risiko für schwere anästhesiebedingte Komplikationen im Rahmen einer geplanten („elektiven“) Operation bei nicht kritisch vorerkrankten Patienten wird in wissenschaftlichen Untersuchungen in Deutschland auf ca. 7,3 pro eine Million Narkosen geschätzt !
British Journal of Anaesthesia, Volume 113, Issue 1, July 2014, Pages 109–121
Das Risiko für einen (schweren) gesundheitlichen Schaden ist vermutlich deutlich höher und weniger einschätzbar, wenn Sie mit Ihrem KFZ z.B. von Köln nach München fahren: andere Verkehrsteilnehmer, die evtl. unter Drogen- oder Alkohol-Einfluss stehen, Ablenkung durch Handy am Steuer, nicht verkehrstüchtige andere KFZ, Baustellenverkehr, Stau(-Ende), widrige Wetterverhältnisse (Sturmböen, Starkregen, Hagel, Schnee, Glatteis, Nebel) etc.